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Elektroenzephalographie (EEG)

Was wird gemessen?

Das EEG ist eine Untersuchungsmethode, mit der die elektrische Aktivität des Hirns erfasst werden kann. Die Signale werden im Hirn von Nervenzelle zu Nervenzelle durch sehr niedrige elektrische Ströme weitergeleitet. Ähnlich wie beim EKG am Herzen, können diese Ströme auch am Hirn gemessen werden. Sie bilden eine Art Taktfrequenz und erlauben es, Rückschlüsse auf die Funktion des Hirnes zu treffen. Da sich die EEG-Elektroden auf der Kopfhaut befinden, wird vor allem die Funktion der Großhirnrinde im EEG aufgezeichnet. Unter der Großhirnrinde versteht man die oberflächlichen Hirnschichten, die auch die meisten Nervenzellen enthalten. Jeder Mensch hat ein individuelles EEG, weshalb die Auswertung viel Erfahrung erfordert.

Wann wird ein EEG durchgeführt?

Im EEG kann die Funktion des Hirnes beurteilt werden, während im Gegensatz dazu in den sogenannten bildgebenden Verfahren (wie MRT und CT des Schädels) nur das Aussehen des Hirnes beurteilt werden kann. Die elektrische Aktivität des Hirnes kann durch pathologische Veränderungen an den Nervenzellen verändert sein. So ist beispielsweise nach einem Schlaganfall die EEG-Funktion über dem betroffenen Hirngebiet häufig gestört, die elektrischen Abläufe verlangsamen sich. Bei einer Schädigung des gesamten Gehirnes sind solche Veränderungen im gesamten EEG und nicht nur an ausgewählten Positionen nachweisbar. Eine besondere Bedeutung hat das EEG für die Frage, ob ein Hirn zur Überaktivität, beispielsweise zu epileptischen Anfällen neigt. Dann werden häufig ganz typische steile elektrische Formationen sichtbar, die je nach Art und Auftreten beweisend für eine Erkrankung sein können. Die Durchführung von Provokationsmechanismen wie Fotostimulation und Hyperventilation erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass solche Veränderungen der elektrischen Aktivität (falls vorhanden) auch nachgewiesen werden können. Ein weiterer, starker Provokationstest ist ein Schlaf-Entzugs-EEG, welches nach 24-stündigem Schlafentzug abgeleitet wird. Es wird durchgeführt, wenn mehrere Routine-EEGs normal waren, aber klinisch ein hochgradiger Verdacht auf das Vorliegen einer Epilepsie besteht.

Wie wird ein EEG abgeleitet?

Für die Messung werden Elektroden an genau definierten Punkten der Kopfoberfläche mit Hilfe von Gummis oder vorgefertigten EEG-Hauben angebracht. Gemessen wird die elektrische Aktivität des darunter liegenden Gehirns. Es wird also kein Strom in den Kopf geleitet. Da die Aktivität der Zellen nicht zu jedem Zeitpunkt gleich ist, dauert eine EEG-Ableitung immer zirka 20 min, um einen längeren Zeitraum beurteilen zu können. Während dieser Zeit sollte der Untersuchte möglichst entspannt mit geschlossenen Augen sitzen. Schon das Öffnen der Augen verändert die Hirnaktivität und stellt einen Provokationsmechanismus dar. Ein weiterer Mechanismus um die Hirnfunktion zu testen ist die Fotostimulation, bei der Lichtblitze in unterschiedlichen Frequenzen erzeugt werden bzw. die Hyperventilation, während der der Untersuchte mehrere Minuten lang tief ein- und ausatmen muss.

Was ist zu beachten?

Voraussetzung für eine gute Untersuchung ist ein guter Kontakt der Elektroden mit der Kopfhaut. Aus diesem Grunde ist es wünschenswert, dass die Haare frisch gewaschen sind und kein Haargel oder Haarfestiger verwendet wurde. Beides kann die Ableitung der elektrischen Hirnaktivität stören und dann zu einer nicht auswertbaren Untersuchung führen. Außerdem sollte der Patient so gut ausgeruht sein, dass er während der Untersuchung nicht einschläft. Denn auch im Schlaf ändert sich die elektrische Aktivität grundlegend.

Wie oft wird ein EEG durchgeführt?

Die Häufigkeit der EEG-Ableitung hängt stark von der Fragestellung ab. Geht es um die Abklärung von epileptischen Anfällen, müssen häufig mehrere EEGs durchgeführt werden. Dies ist damit zu erklären, dass epilepsietypische Veränderungen in der Regel nicht ständig vorhanden sind und Untersuchungen so oft durchgeführt werden müssen, bis die abnorme Aktivität erfasst werden kann. Sind in einem EEG Auffälligkeiten festgestellt worden, kann deren Verlauf durch Kontrollableitungen erfasst und nachverfolgt werden.

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